Radentscheid Stuttgart fährt um Falschparkende herum – für Situation für Radfahrende sensibilisieren

Bürgerinitiative fordert bessere Radinfrastruktur in der Stadt

„Falschparker gefährden Radfahrende und zu Fuß Gehende“, sagt Susanne Keller von der Initiative Radentscheid Stuttgart am Montag (24.9.). Ihre Mitstreiter stellen um falschparkende Autos Pylonen auf und leiten so den Radstreifen um das Hindernis herum. Damit können Radfahrende die Spur halten und müssen sich nicht in den laufenden Verkehr einfädeln. Doch nicht alle die Auto fahren haben die Radfahrenden im Blick. „Genau das ist das Problem“, erläutert Keller. „Durch die Falschparker werden die Radfahrenden gezwungen den Radstreifen zu verlassen oder zu warten, bis das Hindernis wieder weg ist.“ So wird unnötig eine Gefahrensituation geschaffen, die vielen Falschparkenden gar nicht bewusst ist.

In der Stadt gebe es so gut wie keine reinen Radwege oder eine sichere Radinfrastruktur, erläutert Keller weiter. Daher haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengeschlossen und wollen mit dem Radentscheid Stuttgart ein Bürgerbegehren umsetzen. So fordern sie beispielsweise den Ausbau sicherer Radwege, damit alle Menschen – große und kleine, junge und alte, langsame und schnelle – sich aufs Rad trauen und sicher ans Ziel kommen. Die Stadt Stuttgart soll pro Jahr 15 Kilometer neue Radwege schaffen, die sich Radfahrende nicht mit zu Fuß Gehenden oder den Autos teilen müssen.

„Wir wollen für die Belange der Radfahrenden und zu Fuß Gehenden sensibilisieren“, erklärt Keller weiter. Denn allzu häufig sind auch Gehwege mit den immer größer werdenden Autos zugeparkt und Kinder sind kaum mehr zu sehen. Arne Jungjohann, Vater eines dreijährigen Sohnes, ergänzt: „Wenn ich höre, dass dieses Jahr in Stuttgart schon vier Kleinkinder totgefahren wurden, dreht sich mir der Magen um. Ich finde unsere Politiker sollten endlich handeln, um das Radfahren für Kleinkinder sicherer zu machen. Kreuzungen müssen so markiert oder umgebaut werden, dass dort niemand mehr parkt“, fordert er. Leider gehöre es zum Alltag, obwohl es verboten und gefährlich ist. Jungjohann kritisiert weiter: „Aber Polizei und Ordnungsamt drücken oft ein Auge zu. Falschparker sollten schneller abgeschleppt werden.“ Wie das gehen kann, macht gerade Wiesbaden vor. „Dort hat der Verkehrsdezernent angekündigt, künftig schneller abschleppen zu lassen“, so Keller. „Das wäre auch in Stuttgart möglich“, ist sie sich sicher und fordert die Politik zum Handeln auf.

Begleitet wird die Umfahraktion auf Facebook, Twitter, Instagram und anderen Social Media Kanälen unter den Hashtags #falschparker und #stuttgartrollt. Damit soll gezeigt werden, dass an vielen Stellen in Stuttgart immer und immer wieder so geparkt wird, dass andere in Gefahr gebracht werden.

Die AGORA Verkehrswende hat eine neue Studie (u.a.) zum Thema Falschparkende und Parkraum(management) vorgelegt, mit einer sehr anschaulichen Problembeschreibung:

Nachtrag: Bilder der Aktion:

ACHTUNG: Diese Bilder sind zur Nutzung im Rahmen der Berichterstattung über den Radentscheid Stuttgart und dessen Aktionen freigegeben. Einer anderen Nutzung wird widersprochen.

Hintergrund

Der Radentscheid Stuttgart ist eine Initiative von verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern aus Stuttgart und Umgebung. Sie verbindet vor allem die Ansicht, dass das Fahrrad eines der praktischsten und günstigsten Verkehrsmittel in der Stadt ist. Gemeinsam arbeiten sie in einem wachsenden ehrenamtlichen Team am Gelingen eines Bürgerentscheids für sicheres Fahrradfahren in der Mobilitätsstadt Stuttgart. Stuttgart ist die erste Stadt in Baden-Württemberg, in der auf diesem Weg die Politik zur Förderung des Radverkehrs bewegt werden soll.

Viele Einzelpersonen, Einzelhändler und Verbände unterstützen den Radentscheid Stuttgart, darunter die Stuttgarter Kreisverbände von ADFC, VCD, BUND, Fuss e.V, Electrify-BW und Greenpeace, um nur einige zu nennen. Das zeigt, dass ein breiter Teil der Stuttgarter Gesellschaft die Visionen des Radentscheid Stuttgart von einer lebenswerten Stadt teilt. Der Radentscheid hat Vorbilder z.B. in Berlin und Bamberg. Zuletzt hat der Stadtrat Bamberg die Ziele des Radentscheid Bamberg beschlossen. Neben Stuttgart bereitet Tübingen den zweiten Radentscheid in Baden-Württemberg vor. Für die Tübinger war der Radentscheid Stuttgart das Vorbild.

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Susanne Keller
0152 / 21 84 89 09
presse@radentscheid-stuttgart.de

Thijs Lucas
0176 / 55 38 18 14
presse@radentscheid-stuttgart.de

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