Sensibilisierung in der Mittagspause – Falschparker umfahren

Reges Treiben vorm Rewe Eingang in der Wilhelmstraße 12 im Stuttgarter Heusteigviertel. Ein ganz normaler Montagmittag: Schnell noch kurz zum Bäcker oder im Supermarkt etwas für die Mittagspause kaufen. Das Auto wird auf dem Radstreifen oder dem Gehweg abgestellt. Dauert ja nur ein paar Minuten. Dass in diesen Minuten gefährliche Situationen für Fahrradfahrende entstehen, ist vielen Autofahrenden leider nicht bewusst. Aus diesem Grund haben wir mit einer Aktion auf diese Situation, die für Fahrradfahrende leider Alltag ist, hingewiesen. Wir fordern eine bessere Radinfrastruktur in der Stadt mit sichereren Radwegen.

Lange mussten wir auch nicht auf den ersten Falschparker warten. Schon nach wenigen Minuten quetschte sich ein Kleinwagen halb in eine zu kleine Parklücke und blieb mit dem Heck auf dem Radstreifen stehen. Der Fahrer verschwand im Rewe. Jetzt wurden unsere Ordner aktiv. Mit kleinen Pylonen bauten sie einen neuen Radweg, der die Radfahrenden sicher um den Falschparker herumführte.

Um Unfälle zu vermeiden, regelten unsere Ordner den Autoverkehr sicher um die Aktion herum. Den wartenden Autofahrern wurde die kurze Wartezeit durch radelnde Gummibärchen versüßt. Das schmeckte allen.

Die Bilanz der Aktion hat uns selbst erschrocken: Innerhalb nur einer halben Stunde parkten drei Autofahrer auf dem Radstreifen als wäre es ein ganz normaler Parkplatz. Die unnötige Gefahrensituation, die dadurch für Radfahrende geschaffen wird, hat auch für den Autoverkehr Folgen. Durch die Versperrung des Radweges sind die Fahrradfahrenden gezwungen, den Radstreifen zu verlassen und auf die Fahrbahn auszuweichen oder sie müssen warten, bis das Hindernis wieder weg ist.

Da es in der Stadt keine reinen Radwege oder sichere Radinfrastruktur gibt, die baulich vom Autoverkehr getrennt ist, werden solche Situationen erst möglich. Daher haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengeschlossen und wollen mit dem Radentscheid Stuttgart ein Bürgerbegehen für sicheres Radfahren für alle umsetzen. Mit dieser Aktion soll für die Belange der Fahrradfahrenden und zu Fußgehenden sensibilisiert werden, denn allzu häufig sind auch Gehwege mit den immer größer werdenden Autos zugeparkt. Kinder sind dann kaum mehr zu sehen. Für die Minimierung solcher Gefahren, die durch falschgeparkte Autos entstehen und noch für vieles mehr setzt sich der Radentscheid Stuttgart ein.

Einige Medien berichteten
Regio TV
Stuttgarter Nachrichten

Radentscheid Stuttgart fährt um Falschparkende herum – für Situation für Radfahrende sensibilisieren

Bürgerinitiative fordert bessere Radinfrastruktur in der Stadt

„Falschparker gefährden Radfahrende und zu Fuß Gehende“, sagt Susanne Keller von der Initiative Radentscheid Stuttgart am Montag (24.9.). Ihre Mitstreiter stellen um falschparkende Autos Pylonen auf und leiten so den Radstreifen um das Hindernis herum. Damit können Radfahrende die Spur halten und müssen sich nicht in den laufenden Verkehr einfädeln. Doch nicht alle die Auto fahren haben die Radfahrenden im Blick. „Genau das ist das Problem“, erläutert Keller. „Durch die Falschparker werden die Radfahrenden gezwungen den Radstreifen zu verlassen oder zu warten, bis das Hindernis wieder weg ist.“ So wird unnötig eine Gefahrensituation geschaffen, die vielen Falschparkenden gar nicht bewusst ist.

In der Stadt gebe es so gut wie keine reinen Radwege oder eine sichere Radinfrastruktur, erläutert Keller weiter. Daher haben sich Bürgerinnen und Bürger zusammengeschlossen und wollen mit dem Radentscheid Stuttgart ein Bürgerbegehren umsetzen. So fordern sie beispielsweise den Ausbau sicherer Radwege, damit alle Menschen – große und kleine, junge und alte, langsame und schnelle – sich aufs Rad trauen und sicher ans Ziel kommen. Die Stadt Stuttgart soll pro Jahr 15 Kilometer neue Radwege schaffen, die sich Radfahrende nicht mit zu Fuß Gehenden oder den Autos teilen müssen.

„Wir wollen für die Belange der Radfahrenden und zu Fuß Gehenden sensibilisieren“, erklärt Keller weiter. Denn allzu häufig sind auch Gehwege mit den immer größer werdenden Autos zugeparkt und Kinder sind kaum mehr zu sehen. Arne Jungjohann, Vater eines dreijährigen Sohnes, ergänzt: „Wenn ich höre, dass dieses Jahr in Stuttgart schon vier Kleinkinder totgefahren wurden, dreht sich mir der Magen um. Ich finde unsere Politiker sollten endlich handeln, um das Radfahren für Kleinkinder sicherer zu machen. Kreuzungen müssen so markiert oder umgebaut werden, dass dort niemand mehr parkt“, fordert er. Leider gehöre es zum Alltag, obwohl es verboten und gefährlich ist. Jungjohann kritisiert weiter: „Aber Polizei und Ordnungsamt drücken oft ein Auge zu. Falschparker sollten schneller abgeschleppt werden.“ Wie das gehen kann, macht gerade Wiesbaden vor. „Dort hat der Verkehrsdezernent angekündigt, künftig schneller abschleppen zu lassen“, so Keller. „Das wäre auch in Stuttgart möglich“, ist sie sich sicher und fordert die Politik zum Handeln auf.

Begleitet wird die Umfahraktion auf Facebook, Twitter, Instagram und anderen Social Media Kanälen unter den Hashtags #falschparker und #stuttgartrollt. Damit soll gezeigt werden, dass an vielen Stellen in Stuttgart immer und immer wieder so geparkt wird, dass andere in Gefahr gebracht werden.

Die AGORA Verkehrswende hat eine neue Studie (u.a.) zum Thema Falschparkende und Parkraum(management) vorgelegt, mit einer sehr anschaulichen Problembeschreibung:

Nachtrag: Bilder der Aktion:

ACHTUNG: Diese Bilder sind zur Nutzung im Rahmen der Berichterstattung über den Radentscheid Stuttgart und dessen Aktionen freigegeben. Einer anderen Nutzung wird widersprochen.

Hintergrund

Der Radentscheid Stuttgart ist eine Initiative von verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern aus Stuttgart und Umgebung. Sie verbindet vor allem die Ansicht, dass das Fahrrad eines der praktischsten und günstigsten Verkehrsmittel in der Stadt ist. Gemeinsam arbeiten sie in einem wachsenden ehrenamtlichen Team am Gelingen eines Bürgerentscheids für sicheres Fahrradfahren in der Mobilitätsstadt Stuttgart. Stuttgart ist die erste Stadt in Baden-Württemberg, in der auf diesem Weg die Politik zur Förderung des Radverkehrs bewegt werden soll.

Viele Einzelpersonen, Einzelhändler und Verbände unterstützen den Radentscheid Stuttgart, darunter die Stuttgarter Kreisverbände von ADFC, VCD, BUND, Fuss e.V, Electrify-BW und Greenpeace, um nur einige zu nennen. Das zeigt, dass ein breiter Teil der Stuttgarter Gesellschaft die Visionen des Radentscheid Stuttgart von einer lebenswerten Stadt teilt. Der Radentscheid hat Vorbilder z.B. in Berlin und Bamberg. Zuletzt hat der Stadtrat Bamberg die Ziele des Radentscheid Bamberg beschlossen. Neben Stuttgart bereitet Tübingen den zweiten Radentscheid in Baden-Württemberg vor. Für die Tübinger war der Radentscheid Stuttgart das Vorbild.

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Susanne Keller
0152 / 21 84 89 09
presse@radentscheid-stuttgart.de

Thijs Lucas
0176 / 55 38 18 14
presse@radentscheid-stuttgart.de

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Radentscheid Stuttgart veranstaltet erste Kidical Mass

Kinder wollen selbstständig und sicher in Stuttgart Fahrrad fahren

Zur ersten Kidical Mass in Stuttgart hat die Initiative Radentscheid Stuttgart gemeinsam mit der Initiative Zweirat am Samstag (15.9.) eingeladen. Pünktlich um 14 Uhr ging es am Feuersee in Stuttgart auf die rund fünf Kilometer lange Strecke. „Damit starten wir vom gleichen Platz wie die große critical mass“, so Thijs Lucas, einer der Verantwortlichen für die Kidical Mass.

Bei der Fahrrad-Demonstration stehen die Kinder im Fokus. Denn gerade Kinder brauchen sichere Fahrradinfrastruktur, damit sie selbstständig und unbeschwert in der Stadt unterwegs sein können. Begleitet werden sie von Eltern und Großeltern sowie Radfahrenden, die sich einfach freuen, sicher durch die Stadt radeln zu können. Dies wird unter anderem durch die Polizei und freiwillige Ordner gewährleistet, die die Kinderschar begleitet.

Nicht nur Kindern mangelt es an der sicheren Fahrradinfrastruktur in Stuttgart. Daher haben sich Bürgerinnen und Bürger zur Initiative Radentscheid Stuttgart zusammengeschlossen und wollen so die Fahrradpolitik in der Stadt ändern. So fordern sie beispielsweise den jährlichen Ausbau von 15 Kilometern sicheren Radverkehrsanlagen und die sichere Gestaltung von Nebenstraßen und Kreu-zungen für Radfahrende in Stuttgart. Um diese Forderung zu erreichen sammeln sie aktuell Unter-schriften für ihr Bürgerbegehren. Dabei, so erzählt Lucas, treffe er immer wieder Kinder, die auch unterschreiben wollen. „Leider zählt die Unterschrift aber erst bei Jugendlichen mit 16 Jahren“, erläutert er. „Das hat neulich ein Mädchen so geärgert, dass sie los zog und selbst Unterschriften sammelte“, so Lucas noch voller Begeisterung für Engagement des Kindes. Andere holen ihre Eltern und fordern sie auf zu unterschreiben.

Hierfür hat auch Arne Jungjohann großes Verständnis. Der Vater eines dreijährigen Sohnes freut sich über die Kidical Mass. „Mein Sohn fährt gerne mit dem Laufrad auf dem Bürgersteig, ich zu Fuß oder auf dem Rad hinterher. Er genießt es, weil er dann so schnell wie ein Erwachsener sein kann und mit seinen Eltern etwas zusammen machen kann. Es ist für ihn ein Stück Freiheit.“

Um diese Freiheit auch künftig zu haben gibt es den Radentscheid Stuttgart. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, sicher und selbstständig in die Schule radeln zu können. Aktuell lässt die vorhandene Infrastruktur für Fahrradfahrende in Stuttgart das oft nicht zu, weshalb viele Kinder das Radfahren gar nicht erst lernen. Dichtes Überholen, Drängeln und zugeparkte Fuß- und Radwege machen Radfahren für Kinder in Stuttgart unnötig schwer und gefährlich. Die Verkehrsplanungen der Stadt Stuttgart und motorisierte Verkehrsteilnehmer sind hier besonders in der Verantwortung, damit Fahrradfahren für alle Stuttgarter – ob groß oder klein – sicherer und unbeschwerter geht. Zur Sicherheit fuhr ein Lastenrad als “Besen-Cargo” hinter der Fahrrad-Demonstration her um eventuell kleine, erschöpfte Kinder aufnehmen zu können. Das war aber gar nicht nötig, alle waren mit Spaß und Freude dabei.

Hintergrund

Die rund fünf Kilometer lange Strecke führte vom Feuersee über die Theodor-Heuss-Straße, den Schlossplatz und die Tübinger Straße zurück zum Feuersee.

Der Radentscheid Stuttgart ist eine Initiative von verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern aus Stuttgart und Umgebung. Sie verbindet vor allem die Ansicht, dass das Fahrrad eines der praktischsten und günstigsten Verkehrsmittel in der Stadt ist. Gemeinsam arbeiten sie in einem wachsenden ehrenamtlichen Team am Gelingen eines Bürgerentscheids für sicheres Fahrradfahren in der Mobilitätsstadt Stuttgart.

Viele Einzelpersonen, Einzelhändler und Verbände unterstützen den Radentscheid Stuttgart, darunter die Stuttgarter Kreisverbände von ADFC, VCD, BUND, Fuss e.V, Electrify-BW und Greenpeace, um nur einige zu nennen. Das zeigt, dass ein breiter Teil der Stuttgarter Gesellschaft die Visionen des Radentscheid Stuttgart von einer lebenswerten Stadt teilt. Der Radentscheid hat Vorbilder z.B. in Berlin und Bamberg. Zuletzt hat der Stadtrat Bamberg die Ziele des Radentscheid Bamberg beschlossen. Neben Stuttgart bereitet Tübingen den zweiten Radentscheid in Baden-Württemberg vor. Für die Tübinger war der Radentscheid Stuttgart das Vorbild.

Anmerkung
„In Baden-Württemberg haben nach Einschätzung der Verkehrswacht immer mehr Kinder Probleme mit dem Radfahren. Das gelte sowohl im Vorschulbereich als auch für Schüler, sagte Robert Newart, Geschäftsführer der Landesverkehrswacht. Schätzungsweise acht bis zehn Prozent der Grundschüler hätten Probleme mit den Prüfungen zum “Fahrradführerschein” an Grundschulen. Hauptgrund sei, dass Kindern die Routine fehle. Viele nutzen das Rad laut Newart nicht mehr. Zum einen seien Eltern besorgt und wollten ihre Kinder nicht in Gefahr bringen. Zum anderen säßen Kinder heute öfter vor dem Computer oder dem Fernseher.“
Quelle: swraktuell

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Susanne Keller
0152 / 21 84 89 09
presse@radentscheid-stuttgart.de

Thijs Lucas
0176 / 55 38 18 14
presse@radentscheid-stuttgart.de

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Bergfest auf dem roten Teppich

Viele Bastelarbeiten standen in den vergangenen Tagen an. Es galt, einen 50 m langen roten Teppich mit weißen Fahrradsymbolen zu verzieren und ihn so in einen mobilen Radweg zu verwandeln. Siebzig Handschlaufen wurden am Teppich befestigt, damit er von Helferinnen und Helfern durch die Straßen getragen werden konnte. Wir konnten über 60 Menschen motivieren, den Radentscheid Stuttgart zu unterstützen und an einem Samstagmorgen den mobilen Radweg durch die Straßen zu bewegen.

Radfahrenden wird der rote Teppich ausgerollt. Bild (c) Martin Storz

Zur Belohnung für die aufwändigen Vorbereitungen schien sogar ein bisschen die Sonne, als sich am Vormittag des 1. September die freiwilligen Helferinnen und Helfer vor der Johanneskirche am Feuersee einfanden. Der Teppich wurde vor der Kirche ausgerollt und dann durch die Straßen des Stuttgarter Westens getragen. Begegneten der Gruppe Fahrradfahrende, dann wurde diesen der rote Teppich ausgerollt. Begleitet von La-Ola-Wellen fuhren die Radfahrenden freudestrahlend über den Teppich. Autos mussten unter dem Teppich entlang fahren.

Auch die Kleinsten werden auf ihrem Weg über den roten Teppich bejubelt. Bild (c) Martin Storz

Die Aktion hat allen Beteiligten sichtbar viel Spaß gemacht: den bejubelten Fahrradfahrenden, den fröhlichen Helferinnen und Helfern und selbst die Autofahrenden freuten sich meist über ihre Fahrt unter dem Teppichdach. Mit der außergewöhnlichen Aktion sollte jedoch auf ein ernsthaftes Problem hingewiesen werden. Viele Menschen trauen sich in Stuttgart nicht, Rad zu fahren. Der mobile Radweg wäre in der Stadt an vielen Stellen tatsächlich bitter notwendig. Es ist leider häufig so, dass vorhandene Radwege im Nichts enden. An anderen Stellen existieren gar keine Radwege und Radfahrende, die sich nicht auf die Fahrbahn trauen, sind gezwungen auf für Fahrräder freigegebene Gehwege auszuweichen. Das führt unweigerlich zu Konflikten mit Zufußgehenden, für die der Gehweg ja eigentlich vorgesehen ist.

Autos müssen unten durch. Bild (c) Martin Storz

Und genau deswegen ist auch der Radentscheid Stuttgart bitter notwendig. Da die Stadt Stuttgart bisher viel zu wenig unternimmt, um die dringend benötigte Infrastruktur für Fahrradfahrende endlich bereit zu stellen, sollen die Bürgerinnen und Bürger selbst über Stuttgarts Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt abstimmen.


Video von Eberhard Linckh

Einige Medien berichteten:

Stuttgarter Zeitung:
Für Radfahrer wird der rote Teppich ausgerollt

SWR Aktuell:
Initiative fordert mehr Radwege für die Landeshauptstadt mit kurzem Video

Kontext Wochenzeitung:
Roter Teppich für alle Radler

EAN
Roter Teppich für Fahrradfahrer

schaeferwelweit.de:
Radentscheid-stuttgart.de rollt den roten Teppich aus mit Bildern und Video:

Habt ihr Lust den Radentscheid zukünftig bei ähnlichen Aktionen zu unterstützen? Helferinnen und Helfer werden immer gesucht. Kommt zum Radentscheid Stammtisch am Dienstag den 04.09. um 19 Uhr im RaDhaus Ost, Stöckach Platz, Werastraße 136, 70186 Stuttgart oder meldet euch unter hallo@radentscheid-stuttgart.de.

Unterschriften sammeln für den Radentscheid Stuttgart.

Wir haben Bergfest! Mit eurer Hilfe haben wir bereits 10.000 Unterschriften für den Radentscheid Stuttgart gesammelt. Vielen Dank an Alle, die dabei mitgeholfen haben. Um einen Bürgerentscheid zu erreichen müssen wir insgesamt 20.000 gültige Unterschriften von Stuttgarter Bürgerinnen und Bürgern sammeln. Da auch viele Menschen von Außerhalb unterschreiben, müssen wir deutlich mehr als 20.000 Unterschriften sammeln.

Hast du schon unterschrieben? Kennst du Menschen in der Nachbarschaft, unter Kolleginnen und Kollegen oder in der Familie, die auch unterschreiben möchten? Druck dir die Unterschriftenliste aus und gib sie ausgefüllt bei einer von 50 Sammelstellen im Stuttgarter Stadtgebiet ab.
Oder triff uns bei einer der folgenden Veranstaltungen in den nächsten Wochen, auf denen wir voraussichtlich vor Ort sein werden. Falls du selbst aktiv werden möchtest, dann melde dich unter hallo@radentscheid-stuttgart.de und wir versorgen dich mit allem, was du zum Sammeln brauchst.

Eine kleine Auswahl kommender Termine:

22. OktoberÖkomenisches Zentrum, Uni Vaihingen, Allmandring 6
23. OktoberMensa Uni Vaihingen
26. Oktoberwir sammeln Unterschriften beim Hopfenfest bei der CAST Brauerei
26. Oktobervor der Filmvorführung "Red Bull Rampage" in der Bikewerkstatt sammeln wir Unterschriften
26.-28. OktoberEröffnung der Wagenhallenwir sind an bei den Feierlichkeiten ebenfalls vor Ort, sammeln Unterschriften und ausgefüllte Listen ein.

PM: Radentscheid Stuttgart rollt den roten Teppich aus

Bereits 10 000 Unterschriften gesammelt – Situation für Radfahrende soll verbessert werden

„Danke, dass ihr das macht“, bekommt das Team rund um den Radentscheid Stuttgart ganz oft zu hören, wenn es auf Stuttgarts Straßen unterwegs ist, um auf die Situationen für Radfahrende aufmerksam zu machen. So auch am Samstagmorgen (1.9.18), als sie den roten Teppich ausrollen. „Wir wollen gesehen und beachtet werden“, erklärt Susanne Keller die Aktion. „Radfahrende sind Teil der Mobilität in der Stadt, werden aber viel zu oft nicht mitgedacht“, kritisiert sie und ergänzt: „Viele haben Angst und trauen sich mit dem Rad schlicht nicht auf die Straße.“ Ein stetig wachsendes Team um den Radentscheid versucht mit einem Bürgerbegehren eine bessere Fahrradpolitik in Stuttgart umzusetzen und sammelt seit Anfang Juni Unterschriften für den Radentscheid Stuttgart. Rund 10 000 Unterschriften konnten die Engagierten bereits sammeln, 20 000 brauchen sie, damit die Bürgerinnen und Bürger der Stadt selbst abstimmen können. Stuttgart ist die erste Stadt in Baden-Württemberg, in der auf diesem Weg die Politik zur Förderung des Radverkehrs bewegt werden soll.

Rund 50 Meter ist der rote Teppich lang und wird von etwa ebenso vielen Engagierten durch die Straßen getragen. Mit dabei sind viele Initiativen und Verbände, die den Radentscheid Stuttgart unterstützen. Immer wenn eine Radfahrerin oder ein Radfahrer in Sicht ist, wird der Teppich auf den Boden gelegt und mit einer La-Ola-Welle werden die Radfahrenden auf ihrem Weg über den Teppich begleitet. Für die Autofahrenden ändert sich das Bild. Statt über den Teppich müssen sie darunter durch fahren. Thijs Lucas betont: „Wir haben nichts gegen Autos, aber gerade kurze Strecken in der Stadt sind mit dem Rad viel besser und schneller zu bewältigen.“ Wenn dabei nur die vielen Hindernisse nicht wären, vor die Radfahrende täglich gestellt werden. Baustellen auf der Hauptradroute 1 ohne Umleitungen für Radfahrende, plötzlich im Nichts endende Radwege, um nur einige zu nennen. „Für mich hat der Umgang mit der Tübinger Straße, die groß als Fahrradstraße gefeiert wurde und diesen Sommer durch das Aufstellen von zwei Ampeln schon wieder lahm gelegt wurde, das Fass zum Überlaufen gebracht“, erklärt Keller. Das ist für sie auch einer der Gründe warum so viele Bürgerinnen und Bürger (56% der Befragten) mit dem Oberbürgermeister unzufrieden sind, wie eine Umfrage jüngst zeigte. „Sie haben einfach mehr erwartet.“

„Wie wenig die Radfahren mitgedacht werden, zeigt auch das Interview von OB Kuhn in dem zwar viel von Mobilität die Rede war, aber mit keinem Wort der Radverkehr angesprochen wurde“ ergänzt Lucas. Mit Radschnellwegen könnten einige der Mobilitäts-und Luftproblemen in der Stadt gelöst werden, sind Keller und Lucas sicher. Und auch die Autofahrer würden profitieren, wenn mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen würden sind sie überzeugt.

Nachtrag: Bilder der Aktion:

Hintergrund

Der Radentscheid Stuttgart ist eine Initiative von verschiedenen Bürgerinnen und Bürgern aus Stuttgart und Umgebung. Sie verbindet vor allem die Ansicht, dass das Fahrrad eines der praktischsten und günstigsten Verkehrsmittel in der Stadt ist. Gemeinsam arbeiten sie in einem wachsenden ehrenamtlichen Team am Gelingen eines Bürgerentscheids für sicheres Fahrradfahren in der Mobilitätsstadt Stuttgart.

Viele Einzelpersonen, Einzelhändler und Verbände unterstützen den Radentscheid Stuttgart, darunter die Stuttgarter Kreisverbände von ADFC, VCD, BUND, Fuss e.V, Electrify-BW und Greenpeace, um nur einige zu nennen. Das zeigt, dass ein breiter Teil der Stuttgarter Gesellschaft die Visionen des Radentscheid Stuttgart von einer lebenswerten Stadt teilt.

Der Radentscheid hat Vorbilder z.B. in Berlin und Bamberg. Zuletzt hat der Stadtrat Bamberg die Ziele des Radentscheid Bamberg beschlossen. Neben Stuttgart bereitet Tübingen den zweiten Radentscheid in Baden-Württemberg vor. Für die Tübinger war der Radentscheid Stuttgart das Vorbild.

Zahlen rund um den Radverkehr in Stuttgart

Das Straßennetz in Stuttgart ist rund 1 600 Kilometer lang, lediglich knapp 10 Kilometer sind reine Radwege oder Fahrradstraßen.
Die Hauptradroute 1 von Vaihingen über die Innenstadt nach Bad Cannstatt ist etwa 20 Kilometer lang. Das ist aktuell die einzige Hauptradroute in Stuttgart, die einigermaßen funktioniert und fertig ist.
Nach einer Auswertung mit OpenStreetMap sind bei der Hauptradroute 1:

  • • 41 Prozent der Strecke Radfahrenden vorbehalten;
  • • 59 Prozent der Route ist geteilt, Radfahrende mit Autos oder Zufußgehenden, oder mit allen zusammen;
  • • 36 Prozent der Strecke fahren Autos mit Radfahrenden zusammen,
  • • 20 Prozent der Route teilen sich die Radfahrenden mit den Zufußgehenden;
  • • 2 Prozent der Strecke werden die Radfahrenden über Busspuren geleitet;
  • • 1 Prozent der Hauptradroute teilen die Radfahrenden mit allen zusammen.

Rund 670 000 Radfahrende zählte die Zählstelle an der König-Karls-Brücke (beim Mineralbad Leuze) seit Jahresbeginn (Stand 29.8.18). An Spitzentagen passieren fast 6 000 Radfahrende die Zählstelle.

Etwa 900 000 Radfahrende zählten beide Zählstellen seit Jahresbeginn (Stand 29.8.18). Im Schnitt werden rund 2 000 Radfahrende täglich gezählt, wobei insbesondere die Zählstelle an der Böblinger Straße viele Radfahrende nicht erfasst, da sie an keiner der Zählstellen vorbei radeln sondern in der Innenstadt bleiben.

Insgesamt, so die Einschätzung der Initiative Radentscheid Stuttgart, ist die Zahl der Radfahrenden pro Tag deutlich höher, wie allein die rund 3 000 Radfahrenden in der Tübinger Straße belegen.

Ja zur aktiven Mobilität. Grafik: Deutschland – Land der Ideen
Ja zur aktiven Mobilität! Grafik-Quelle: Deutschland – Land der Ideen
Aus der von Greenpeace veröffentlichten Studie „ Radfahrende schützen – Klimaschutz stärken
Fahrradinfrastruktur in Stuttgart nach einer Auswertung von OpenStreetMap

Dokumente:
Pressemitteilung
Zahlen – Radverkehr in Stuttgart
Radinfrastruktur

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Susanne Keller
Thijs Lucas
presse@radentscheid-stuttgart.de