100 Kuscheltiere, 50 Meter roter Teppich und 1 LKW – wie der Radentscheid Stuttgart den Endspurt einläutet

Fotos: Jens Volle

Am Mittwoch, den 7. November, ist Stichtag. Dann beginnen wir mit dem Auszählen der Unterschriften. Solltet ihr noch Unterschriftenlisten bei euch liegen haben, gebt diese bitte so schnell wie möglich bei unseren Sammelstellen ab.

Den Endspurt haben wir am Montagnachmittag mit einer Aktion für sichere Radwege vor zwei Schulen im Stuttgarter Norden eingeläutet. Dort haben wir einen Fahrradweg mit Kuscheltieren geschützt.

Kinder und Eltern sammelten sich an der Wiener Straße in Stuttgart Feuerbach. Die Hausaufgabenbetreuung war gerade vorbei. Jetzt wollten die Kinder mit ihren Fahrrädern ein Wettrennen über den roten Teppich fahren, den wir ihnen ausgerollt hatten. Den so entstandenen Radweg wollten wir symbolisch mit einer langen Reihe von Kuscheltieren zwischen Radweg und Fahrbahn schützen. Viele Kinder halfen die Kuscheltiere aufzustellen. Auch die Start- und Zielmarkierung wurde von vielen Händen gemeinsam mit bunter Kreide auf die Straße gemalt. Alle standen bereit für das Wettrennen.

Da machte uns ein Lieferwagen einen Strich durch die Rechnung und parkte mitten auf dem mit Kuscheltieren geschützten Rad- und Fußweg. Kaum zu glauben! Nachdem der Fahrer davon überzeugt werden konnte, dass ein Rad- und Fußweg kein Parkplatz ist, hat er den Weg für den Endspurt dann doch freigegeben.

Der Radentscheid Stuttgart fordert, dass jedes Kind in Stuttgart selbstständig und sicher mit dem Rad zur Schule kommt. Viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter erzählen uns, dass sie sich nicht trauen, in der Stadt mit dem Rad zu fahren. Vor allem Eltern haben häufig Angst, ihre Kinder mit dem Fahrrad fahren zu lassen, weil es kaum sichere Radwege gibt und eine durchgängige Infrastruktur für Radfahrende fehlt. Deshalb fordert der Radentscheid Stuttgart baulich geschützte Radwege an Hauptstraßen.

Aus einer verlässlichen Quelle in Feuerbach wissen wir übrigens, dass derselbe Lieferwagen am Tag nach der Aktion wieder auf dem Fuß- und Radweg geparkt hat. Der Vorfall zeigt, wie dringend notwendig der Radentscheid Stuttgart ist.

Damit unsere Forderungen umgesetzt werden, brauchen wir 20.000 Unterschriften, die unser Anliegen unterstützen. Wenn ihr noch unterschreiben wollt oder noch ausgefüllte Listen zuhause liegen habt: Bitte lasst uns alle Unterschriftenlisten, egal ob mit einer oder sechs Unterschriften so schnell wie möglich zukommen. Die Unterschriftenlisten könnt ihr hier herunterladen, ausdrucken und ausgefüllt bei einer unserer Sammelstellen abgeben.

Der nächste Schritt ist, die Unterschriften bei der Stadt einzureichen. Die Stadtverwaltung muss dann prüfen, dass genug Unterschriften gültig sind.

Vielen Dank an alle teilnehmenden Kinder, Eltern und an Alle, die uns für diese Aktion ihre Kuscheltiere gespendet haben!!!

Bericht der Stuttgarter Zeitung über unsere Aktion

Radentscheid fordert sichere Radinfrastruktur auch für Kinder

Bürgerinitiative biegt auf die Zielgerade ein – Auszählen beginnt am 7. November

Mit einem 50 Meter langen roten Teppich und dutzenden Teddys, Kätzchen und Kuscheltieren zaubert der Radentscheid Stuttgart (www.radentscheid-stuttgart.de) am Montagnachmittag (5.11.) in der Wiener Straße in Stuttgart-Feuerbach einen geschützten Fahrradweg auf die Straße, auf dem selbst Kinder sicher Rad fahren können.

Eine lange Reihe von Kuscheltieren schützt den Fahrradweg. Kleine und große Teddybären sitzen zwischen Radweg und Fahrbahn, auf der die Autos vorbeifahren. Gut geschützt fährt daneben eine fröhliche Kindergruppe über den roten Teppich um die Wette.

Der Radentscheid Stuttgart fordert, dass jedes Kind in Stuttgart selbstständig und sicher mit dem Rad mobil sein kann. „Viele Stuttgarter erzählen uns, dass sie sich nicht trauen, in der Stadt mit dem Rad zu fahren“, sagt Bärbel Wittich. „Vor allem Eltern haben häufig Angst, ihre Kinder mit dem Fahrrad fahren zu lassen, weil gute Radwege fehlen.“ Baulich geschützte Radwege an Hauptstraßen seien eine der Kernforderungen des Radentscheid Stuttgart. Mit der Aktion wolle man darauf hinweisen, dass auf geschützten Fahrradwegen auch Kinder sicher in der Stadt Rad fahren können.

Mit einem Bürgerentscheid fordert die Bürgerinitiative eine bessere Radfahrpolitik für Stuttgart. Daher sammelt sie seit Juni Unterschriften für den Radentscheid Stuttgart. Inzwischen befindet sich der Radentscheid Stuttgart auf der Zielgeraden und ruft dazu auf, volle Unterschriftenlisten an einer der Sammelstellen abzugeben oder per Post zurückzusenden. Am Mittwoch, den 7. November, ist Stichtag. „Dann beginnen wir mit der Auszählung“ sagt Wittich. Der nächste Schritt ist die Einreichung der Unterschriften bei der Stadt. Die Stadtverwaltung muss dann prüfen, wie viele Unterschriften gültig sind.

Fotos: Jens Volle

Hintergrund

Der Radentscheid Stuttgart ist eine Initiative von engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Stuttgart und Umgebung. Sie verbindet vor allem die Ansicht, dass das Fahrrad eines der praktischsten und günstigsten Verkehrsmittel in der Stadt ist. Gemeinsam arbeiten immer mehr Menschen in einem ehrenamtlichen Team daran, einen Bürgerentscheid für sicheres Fahrradfahren in der Mobilitätsstadt Stuttgart durchzusetzen. Stuttgart ist die erste Stadt in Baden-Württemberg, in der auf diesem Weg die Politik zur Förderung des Radverkehrs bewegt werden soll.

Viele Einzelpersonen, Einzelhändler und Verbände unterstützen den Radentscheid Stuttgart, darunter die Stuttgarter Kreisverbände von ADFC, VCD, BUND, Fuss e.V, Electrify-BW und Greenpeace. Das zeigt, dass ein breiter Teil der Stuttgarter Gesellschaft die Visionen des Radentscheid Stuttgart von einer lebenswerten Stadt teilt. Der Radentscheid hat Vorbilder z.B. in Berlin und Bamberg. Zuletzt hat der Stadtrat Bamberg die Umsetzung der Ziele des Radentscheid Bamberg beschlossen. Neben Stuttgart bereitet Tübingen den zweiten Radentscheid in Baden-Württemberg vor. Für die Tübinger war der Radentscheid Stuttgart das Vorbild.

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Dr. Bärbel Wittich
0151 / 177 166 80
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